Manche meiner Freunde und Kunden stehen zeitweise vor meinen Bildern und müssen genau schauen, ob es sich um ein Foto oder ein Gemälde handelt. Die Gemälde aus vorangegangenen Serien sind teilweise so fein gemalt, dass man kaum einen Unterschied erkennt. Solch eine feine und detaillierte Maltechnik ist fast nur auf eine Art zu erreichen: Ölmalerei!

Die Ölmalerei wird als Königsdisziplin der Malerei gesehen. Aber Warum? Was aber macht diese spezielle Maltechnik so besonders:

Die Ölmalerei beschränkt sich nicht ausschließlich auf Porträt-, Landschafts-, Stillleben- und Genremalerei, kommt bei diesen Themengebieten aber am häufigsten zur Anwendung. Ihre Anfänge liegen bis ins dreizehnte Jahrhundert zurück, doch erst im fünfzehnten Jahrhundert mit dem Aufkommen der Renaissancemalerei in Florenz setzte sich die Ölmalerei als gängige Maltechnik unter Künstlern durch.  Lange Zeit galt Jan van Eyck (1390-1441) als Erfinder der Ölmalerei, allerdings konnte nun nachgewiesen werden, dass er eine Mischtechnik verwendete, eine Art Schichtmalerei, und nicht nur ausschließlich mit Ölfarben arbeitete.

Ölfarbe bzw. Ölfarben bestehen aus unlöslichen Farbsubstanzen oder Pigmenten, die in einem trocknenden oder halbtrocknenden Öl wie zum Beispiel Nuss-, Lein-, oder Balsam-Terpentinöl angerieben werden.  Diese Öle sorgen für einfache vermalbarkeit der Farbe und für das charakteristische Aussehen der Ölbilder, das unter anderem auch dadurch zu Stande kommt, dass nach dem Trocknen der ersten Farbschicht weitere Malschichten aufgetragen werden. Das führt zu einem besonderen Lasureffekt. Als Verdünnungsmittel dient Terpentin. Nach Fertigstellung des Gemäldes wird für gewöhnlich ein Firnis (Schutzüberzug) aufgetragen, um die Farbe zu versiegeln. Das vollständige Austrocknen der Farbe kann manchmal bis zu einem Jahr dauern! Doch die Haltbarkeit und Farbbrillianz der Ölmalerei ist bis heute unübertroffen. Im Gegensatz zur Acyrlmalerei sieht die Ölfarbe nach dem Trocknen noch genauso aus wie frisch nach dem Auftragen. Doch durch zu viel Öl oder einen die Farbe zu stark aufsaugenden Untergrund kann das Ölbild rissig werden. Diesen Effekt bezeichnet man als Krakelüre. Mit der Zeit treten auf den Gemälden Alterungssprünge auf, die sich netzartig über das Bild ausdehnen. Das Gemälde vergilbt je nach verwendeten Ölen und Harzen in unterschiedlich starker Intensität. Dieser Prozess verstärkt sich durch fehlende Sonneneinstrahlung weiter, kann allerdings durch Lichteinwirkung teilweise wieder rückgängig gemacht werden.

Nichts eignet sich besser für die malerische Wiedergabe von Landschaften als die Ölmalerei, denn man kann sehr authentisch wirkende Ergebnisse durch sie erzielen. Deswegen eignen sich Ölfarben auch besonders für fotorealistische Malerei.

Ich habe mich früher zum größten Teil auf fotorealistische Malerei konzentriert, weswegen die meisten meiner Gemälde aus vorangegangenen Serien Ölgemälde sind. Mittlerweile vermische ich Fotorealismus immer mehr mit Abstrakten Elementen in meinen Bildern, sogenannte Mixed Media Collagen. Hier werden verschiedene Techniken und Farben, unter anderem auch Ölfarben, miteinander gemischt.